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index12.gif (955 Byte) German C64 Games Beret2.gif (954 Byte)

bulletBüchertipps (Hackerland....)

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Der Commodore 64 Web.it der belgischen Computerfirma Webcomputers International war mal beim CSW-Verlag erhältlich,
und das zum damaligen Preis von DM 799 (für Deutschland inkl. Versandkosten).

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Die Rückkehr des Brotkastens – Der C64 

Mit dem ständigen Streben nach mehr Leistung und Geschwindigkeit könnte es bald schon vorbei sein. Ein kleines Sharewareprogramm droht die ganze Branche vom Wachstumskurs abzubringen. 

Nur vierundsechzig Kah Speicher? Acht Bit ? Der fünfzehnjährige Cyberpunk neben mit grinste frech und wandte sich wieder seiner superskalaren Risc-Workstation zu. Sollte er ruhig grinsen. Wie hätte dieser pubertierende Ignorant auch ahnen sollen, auf welch digitalen Schatz ich gerade gestoßen war. Zugegeben, ich machte keinen sehr fachkundigen Eindruck, wie ich da — umgeben von edelster Hochtechnologie, mitten auf der größten Computermesse der Welt — mit leuchtenden Augen auf einen 40 Zeichen schmalen Bildschirm starrte, der mit 38 9111 Byte freiem Arbeitsspeicher auch noch glaubte, prahlen zu müssen. Doch schuld an der Situation war nicht der PC — ein respektables High-end-Modell mit allem inside, was einen Rechner des Jahres 1994 glücklich macht — sondern die Software. Ein kleines Sharewareprogramm, das ich augenblicklich zu meiner persönlichen Innovation des Jahres kürte: 

der Commodore 64 Software Emulator für DOS, 
geschrieben vom Kroaten Miha Peternel.

Allein der Anblick des himmelblauen Startbildschirms mit dem verführerisch blinkenden Quadratcursor genügte, um bei mir einen Traum auszulösen, der in regelmäßigen Abständen wiederkehrt, seit ich damals meinen Heimcomputer für ein paar Zehner an einen Erstklässler verscherbelt habe. (Immerhin habe ich ihn nicht —wie manch anderer - entkernt und zu einem Brotkasten umfunktioniert). Der Traum handelt von den guten, alten Commodore-64-regierten Zeiten, als Computerspiele noch phantasievoll waren, man unter „hochauflösender Grafik“ ein Bild von 320 mal 200 Pixeln verstand, der Ein-Megahertz-Prozessor 6510 die Herzen höher schlagen ließ, Programmierer Maschinensprache beherrschten und mit jedem Bit per du waren. Doch noch ehe ich zu der Stelle kam, an der ich zum ersten Mal den Reaktor im Fort Apocalypse in die Luft jagte, wurde ich plötzlich unruhig. Irgend jemand beobachtete mich. Nicht der Teenie von nebenan - der hatte sich in der Zwischenzeit mit einem Virtual Reality Construction Kit eine Raumstation gebastelt und mache darin Jagd auf außerirdische Mutanten. Nein, hinter mir stand jemand anderer. 

Ich fuhr herum und sah einen Herrn im dunkelblauen Anzug, dessen Firmenschild ihn als Vertriebschef eines großen Hardwareherstellers auswies. Gerade wollte ich zu einer Erklärung ansetzen - dass ich froh sei, mit so erbärmlich schwachen Maschinen heute nicht mehr arbeiten zu müssen, dass es eine Schande sei, einen Hochleistungs-PC mit solchem Kinderkram zu belasten, und ich mich beim Standinhaber, besser noch bei der Messeleitung, darüber beschweren würde - da bemerkte ich, dass er denselben nostalgisch-verklärten Blick in den Augen hatte wie ich kurz zuvor. Sofort vertieften wir uns in ein Gespräch über jene glorreichen Pioniertage. Gierig hechelten wir all die Programme durch, mit denen wir damals die Nächte verbracht hatten. Wir sprachen über Simon’s Basic, die Programmiersprache, die einen mit einem einzigen Befehl soviel Unsinn auf dem Bildschirm veranstalten ließ, wie es auf dem PC nicht einmal ein meterlanges C-Programm konnte, und über die Textverarbeitung Vizawrite, die einem noch das Vergnügen gönnte, beim Umformatieren am Ende jeder Zeile auf [Return] zu drucken. Nach zehn Minuten gestanden wir uns gegenseitig unsere Vergangenheit als Raubkopierer ein, und er beschrieb mir in allen Details, wie er damals Zaxxon, Space Taxi und Elite gecrackt hatte. Der Cyberpunk hatte uns ein Weilchen zugehört und bog sich vor Lachen. Er blubberte etwas wie „schlimmer als die Lochkarten-Opas“ und setzte sich wieder sein Head Mounted Display auf, um das letzte Alien, das sich in der Bordküche versteckt hatte, in einen Kochtopf zu verfrachten. 

„Zaxxon war ja wohl kinderleicht zu knacken.“. Ein dritter Herr war zu uns getreten, Chefentwickler bei einem Hersteller von Buchhaltungssoftware. Und wir wurden noch mehr: Eine knappe Viertelstunde später hatte sich bereits eine ganze Traube von Nadelstreiflern um den mutierten PC versammelt. Alle zwischen 25 und 40 Jahren alt, alle hatten wir unsere Computerlaufbahn mit dem Commodore 64 begonnen, und alle waren wir froh darüber, endlich einmal ohne Vorbehalte über unsere Vergangenheit reden zu dürfen. Die Versammlung glich einer Mischung aus einer Zusammenkunft von Weltkriegsveteranen und dem Mittwochabend-Treffen der Anonymen Alkoholiker. Dass die Abhängigkeit bei den meisten von uns keineswegs überwunden, sondern nur von Windows-Icons, Unix-Befehlszeilenparametern und Bezeichnungen für Intel-Prozessoren zeitweilig verdrängt worden war, zeigte sich, als einer stolz von dem selbstgelöteten Verbindungskabel berichtete, mit dem er sein altes 1541-Diskettenlaufwerk an den PC angeschlossen hatte. Die zahlreichen Offerten, die er daraufhin erhielt, dürften ausgereicht haben, sein Unternehmen - er verkaufte eine Textverarbeitung für Windows 2.11 - bis auf weiteres zu sanieren. Wir fragten uns gegenseitig die Bedeutung der einzelnen Register des C64-Videochips ab, rezitierten gemeinsam das komplette Betriebssystem-Listing, und irgendwann sagte dann einer diesen Satz: „Schade, dass heute kaum noch jemand für den C64 produziert.“ „Oder für den Emulator“, fügte ein anderer hinzu. Dies war die Geburtsstunde zahlreicher Produkt- und Marketingideen. Der Vertreter eines großen Softwarehauses kündigte ein „Office 64“ an, ein Produzent von CD-ROM-Laufwerken nahm sich vor, dieses künftig nur noch mit Userport-Schnittstelle auszuliefern, und ein Spielehersteller versprach, zukünftige Neuveröffentlichungen wieder zuerst für den C64 auf den Markt zu bringen. Offenbar fordere dieses System die Kreativität der Entwickler ja weitaus stärker als andere. Und irgendwo in dem hektischen Gemurmel hörte ich sogar Begriffe wie „Wordperfect 64“, „Windows 64“ und „PowerPC mit 6510-Zusatz“. Der Teenie von nebenan musste mitbekommen haben, was hier geschah. Seinen Trip durch die Raumstation hatte er jedenfalls abgebrochen und starrte zu uns herüber. Tränen tröpfelten auf seinen Datenhandschuh. So sehr ich zuvor gewünscht hatte, er möge in seinem Cyberhelm ersticken, so bekam ich jetzt doch ein wenig Mitleid mit ihm. Es war ihm anzusehen, was ihn bewegte: Er fürchtete um die angekündigte 200-Mega-hertz-Variante seines Lieblingsprozessors, die nächste Generation von Truecolor-Grafikkarten (der Commodore hatte genau 16 Farben) und um die staatlichen Fördergelder für die Cyberspace-Forschung. 

Ich überlegte, ob ich nicht versuchen sollte, mich der Entwicklung entgegenzustemmen. Doch da bemerkte ich, dass jemand Fort Apocalypse in den Emulator geladen hatte. Mit einem geschickten Ellenbogencheck verschaffte ich mir Zugang zum Gerät, und als ich Stunden später den Reaktor vernichtet hatte, waren die anderen längst verschwunden. 

Von OLIVER BUSCHECK (PC PRO 7/94)

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